By: minister_smart   -  In: Unkategorisiert   -  0   Comments

Stromversorgung und Referenzpotential für modulare Synthesizer

Ein modularer Synthesizer nutzt in der Regel eine unsymmetrische Signalübertragung – d. h. das Modularsystem ist nicht störungstolerant und ist in seiner maximalen Größe begrenzt. Einstrahlungen, Potentialunterschiede und Spannungsfehler addieren sich in der Signalkette und führen je nach Größe des Systems zu hörbaren Problemen. Um so wichtiger ist die Qualität der Stromversorgung und des Verteilungssystems.

Die PSU stellt euch praktisch das Ausgangsmaterial für den Sound zur Verfügung. Die Modulation dieses Stromkreislaufes ist euer Sound. Es macht keinen Sinn eure geschätzte Modulsammlung an eine minderwertige PSU anzuschließen.

PSU: Intern – Extern / Linear – Switch Type

Der an der Steckdose anliegende Wechselstrom muss in passenden Gleichstrom gewandelt werden. Im Falle des Eurorack Formates in eine Spannung von +/-12 Volt und für manche Module auch in +5 Volt. Diese Wandlung kann innerhalb oder außerhalb des Gehäuses stattfinden.

PSU: Intern

Findet die Wandlung innerhalb des Gehäuses statt, muss ein Erdungsdesign vorliegen. D.h. alle drei Leitungen (Phase, Neutralleiter, Schutzleiter) aus der Steckdose führen in das Gehäuse. Der Schutzleiter ist mit dem zentralen Erdungspunkt des Gehäuses gesichert verbunden. Über diesen Punkt sind alle Metalteile des Gehäuses geerdet sowie auch das 0-Volt-Referenzpotential abgeleitet. Dies ist im Sinne der Erweiterbarkeit des modularen Systems der Optimalfall.

PSU: Extern

Die meisten angebotenen Stromversorgungen für modulare Synthesizer in Eurorack Format sind externe Lösungen. D. h. der Wechselstrom wird außerhalb des Gehäuses in Gleichstrom gewandelt. Das ist ein Stromkabel mit Klotz, wie beispielsweise auch beim Notebook. Von da aus gehen in der Regel zwei Leitungen (+/-) in das Gehäuse oder in ein entsprechendes Modul. Was mit dem Schutzleiter passiert ist im Klotz verborgen. Sicherheitstechnisch ist das unbedenklich. Da kein Wechselstrom in das Gehäuse geführt wird, ist eine Schutzleiterverbindung nicht notwendig.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil einer internen Stromversorgung liegt im vorhandenen Erdungsdesign, dadurch ist das System leicht erweiterbar. Es lässt sich problemlos am zentralen Erdungspunkt ein gemeinsames 0-Volt Referenzpotential für mehrere zusammengeschlossene Systeme ableiten. Das verhindert zu große Potentialunterschiede über mehrere Cases hinweg – d. h. weniger Systemnoise. Des Weiteren ist dadurch technisch eine symmetrische Signalübertragung möglich. Hinton Instruments vertreibt In/Out-Module für balanced patching. Ohne ein Erdungsdesign sind diese Module nur begrenzt sinnvoll einsetzbar.

Der Vorteil einer externen Stromversorgung liegt in ihrer Einfachheit. Man muss sich keinen Kopf machen ob man nun alles richtig angeschlossen und geerdet hat. Für kleine, nicht wachsende Systeme ist das durchaus empfehlenswert. Je nach Qualität der PSU und der weiteren Komponenten der Verteilung kann das auch gut für größere Systeme funktionieren. Sind aber mehrere PSU an der Versorgung des Gesamtsystems beteiligt, wird es etwas schwieriger eventuell auftretenden Systemnoise mit Hilfe eines Referenzpotentialausgleiches beizukommen. Dazu fehlt die zentrale Schutzleiterverbindung am Gehäuse – die Abzweigung müsste an anderer Stelle im System stattfinden.

PSU: Trafo vs Schaltnetzteil

Trafonetzteile haben im Vergleich zu Schaltnetzteilen einen geringeren Wirkungsgrad, höheres Gewicht und werden heute kaum noch hergestellt. Für analoge Klangerzeuger sind sie aber erste Wahl, da die Netzspannung nicht, wie bei Schaltnetzteilen, in eine Spannung hoher Schaltfrequenz gewandelt wird (15 – 300 kHz). Die hohen Schaltfrequenzen der Schaltnetzteile können zu Störungen im Stromkreislauf führen, die sich durchaus in der Signalkette der modularen Synthesizer in Form von Noise oder ungewollten Modulationen bemerkbar machen. Dies ist aber sehr abhängig von der Qualität der verbauten Komponenten und der nachgeschalteten Elektronik zur Glättung des Signals. Die A-100 PSU2 von Döpfer ist ein klassisches Trafonetzteil. Die neuere Version A-100PSU3 ist ein Schaltnetzteil, dem aber die bewährte lineare Regelung der A-100PSU2 nachgeschaltet ist. Beide liefern eine saubere Ausgangsspannung.

Fazit

Es ist also weniger die Art des Netzteils entscheidend als mehr die Qualität der verbauten Elektronik. Ich kann hier nur empfehlen an der Stromversorgung nicht zu sparen. Was für ein Notebook funktioniert, kann einen modularen Synthesizer klanglich zum erbrechen bringen.

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